21. Februar 2012


Es ist offensichtlich, dass Berlin einen Apple Store braucht. Die Hipster müssen mit MacBooks versorgt werden. Die Start-Up Szene an der Silicon Allee (pahaha) will nicht mehr auf die online bestellten iMacs warten. Die Touristen haben sich an den Media Märkten in den XY-Arcaden satt gekauft. Und Herrgott, es ist die Hauptstadt.

Bereits vor einem Jahr gab es Gerüchte um einen Apple Store am Kurfüstendamm. Damals schrieb der Immobilienverwalter ahq immobilien auf seiner Website, dass sie ihr Prachtgebäude an ein internationales Hightech-Unternehmen vermietet haben. Es handelt sich um das Haus Wien, einer ehemaligen Filmbühne. Mit der Eröffnung 1912 galt es als das erste reine Lichtspielhaus in Berlin. Es ist im Stil des Wilhelminischen Klassizismus gebaut, hat eine tempelähnliche Fassade mit vier ionischen Säulen und einem Dreiecksgiebel. Bis zum Jahr 2000 galt das Haus als erste Adresse für Filmpremieren und künstlerisch anspruchsvolle Stücke.


Nun zieht Apple dort ein. Ich bin mir sicher, dass sie das Haus sensationell aussehen lassen werden. Der pompöse hohe Eingangsbereich über drei oder vier Etagen, die eleganten Treppen und dazu das schlichte Apple-Design. Ich wette, dass sie sich für Berlin etwas ganz spezielles ausgedacht haben. Eine verdammt gute Lage haben sie ja schon mal. Es gibt kaum eine rühmlichere Straße als den Kudamm. Im Hipster-Osten oder in Alexanderplatz-Mitte wäre er nicht so schön zur Geltung gekommen.


Natürlich ist alles appletypisch noch nicht offiziell bekannt gegeben, aber das ist es ja nie. Auf der Berlin.de Seite zum Haus Wien wird das Unternehmen jedenfalls schon explizit genannt. Das sicherste Zeichen sind aber die Stellenausschreibungen auf Apples eigener Website. Dort werden allerhand Store Leader und Manager für Berlin gesucht.


Es besteht also kein Zweifel mehr daran, dass es einen offiziellen Store in Berlin geben wird. Aber wann wird er eröffnet? Schon seit einem Jahr werkeln sie in dem Haus herum, seit Dezember ist die Außenfassade verhüllt und wird bearbeitet. Wie lange dauert es die Mitarbeiter zu interviewen und zu schulen? Ich hoffe, dass sie es bis zum iPad 3 Verkaufsstart im März hinkriegen. iPad 3? Ist doch offiziell noch gar nicht klar. Oh wait…

21. Februar 2012

»Das ist die Entscheidung ihres Lebens.«
»Die größte Herausforderung, der sie sich je stellen mussten.«
»In der spannendsten Show, die es je gab.«
»Wer schafft den Sprung in die nächste Show?«
»Das TV Event des Jahres.«
»Noch nie mussten die Kandidaten so zittern.«
»Jetzt müssen sie richtig kämpfen.«
»Im härtesten Recall aller Zeiten.«
»Es geht jetzt um alles oder nichts.«
»Nur wer an seine Grenzen geht, darf den Traum weiterträumen.«
»Sie müssen über sich hinauswachsen.«
»Die letzte Chance, die sie haben.«
»Sie wollen alles, aber sie können auch alles verlieren.«
»Nur die besten werden weiterkommen.«
»Jetzt müssen sie sich richtig ins Zeug legen.«

Bitte sehr. Das ist das gesamte Repertoire der Vorschautrailer. Seit zehn Jahren.

13. Februar 2012











Ich vergesse jedes Mal, wenn ich länger weg bin, wie wunderbar Berlin ist. Da kann ich doch tatsächlich neuerdings um 3 Uhr nachts im Kaisers an der Warschauer Straße einkaufen gehen. Non-Stop-Shopping nennen die das. Und wahrscheinlich haben sie sogar Erfolg damit. Eigenen Markforschungsanalysen zufolge, kann ich nur bestätigen, dass im Einzugsgebiet des Kaisers in der Tat zu jeder erdenklichen Uhrzeit Menschen herumirren. Gibt man ihnen bei dieser Schweinekälte auch noch einen warmen und geborgenen Ort, an dem sie Mate und Schokobons kaufen können, so strömen sie in Massen herein und strecken den Kassierern ihr Geld entgegen.

Es gibt in Kreuzberg eine Schwarzlichtminigolfanlage. Da waren ja auch schon Frau Meyer-Landrut und Herr Casper drin. Sehr cooles Ding. Man pinselt sich Leuchtfarbe aufs Gesicht, schmückt sich mit Knicklichtern und schlägt dann im Dunkeln ein paar Bälle in die Löcher. Macht wirklich Spaß, vor allem wenn man die anderen Paare an der Nachbarbahn abzockt. Höhö.

Das Winterbadeschiff kannte ich ja schon vom letzten Jahr. Dieses Mal war die Spree aber fast zugefroren, so dass man vom Beckenrand herausklettern und bei minus einhundert Grad im Bikini bekleidet ein paar Runden Schlittschuhlaufen hätte können. Wenn da nicht die Sache mit den minus einhundert Grad gewesen wäre. Und die Sache mit dem Bikini und den fehlenden Schlittschuhen. Stattdessen gingen wir lieber in die plus einhundert Grad heiße Sauna. Das klingt fair.

Berlin ist außerdem cool, weil es alle möglichen Läden gibt. Außer einem Apple Store, aber das ist ein Thema, über das ich vielleicht ein anderes Mal berichte. Jedenfalls. Wie angekündigt waren wir im Dean & David, einer sehr stylischen Salatbar in Charlottenburg, die auch noch leckere Suppen und Currys anbietet. In Prenzlberg schauten wir zum Glück nicht das Stuttgart vs. Hertha Spiel, sondern genossen Grapefruitsaft und riesige Milchkaffees in der Zuckerfee. Außerdem im Repertoire: Indisch essen in Kreuzberg, Cocktails in Friedrichshain, Currywurst in Mitte. Ich liebe Berlin.

Zu sehr hoher Wahrscheinlichkeit habe ich übrigens einen toten Obdachlosen in der S-Bahn gesehen. Also ernsthaft jetzt. Sehr strange war auch dieser eine Typ, der achtundzwanzig Babyshampooflaschen kaufte und mit einem Hunderteuroschein aus einem Briefumschlag mit noch mehr Hunderteuroscheinen bezahlte. Oder der Typ, der seinen notorischen weißen Mörder-Transportervan parkte und ungelogen sechs Mal um den Wagen lief und alle Türen auf Verschlossenheitsgrad prüfte. Merkwürdiges Berlin.

3. Februar 2012

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Es sind gerade mal -13°C, die Sonne scheint, es liegt kein Schnee. Beste Voraussetzungen um heute nach Berlin zu fahren. Da war ich seit August nicht mehr, herrje.
Ich habe auch schon ein paar Pläne für die Hauptstadt: Die neuen Läden besuchen (Apple Store in spe, Dean & David, Salädchen, Urban Outfitters), den Super Bowl bei Christoph schauen, den Café-Empfehlungen von Anne nachkommen und einmal Mondscheinschwimmen im Winterbadeschiff, bitte!
Erfriert nicht!

29. Januar 2012

Neben der ganzen Masterarbeitsschreiberei, die sich derzeit durch Masterarbeitsleserei auszeichnet, tue ich Dinge. Meist fahre ich mit der Bahn zwischen Marburg und Stuttgart hin und her und schreibe mir Zuggeschichten in mein imaginäres Notizbuch. Wenn der Schaffner vor spielenden Kindern im Gleis warnt oder zu leckeren Nürnberger Rostbratwürsten ins Bordrestaurant einläd, zum Beispiel.

Einmal war ich in Stuttgart beim Poetry Slam. Für mich etwas ganz Neues, aber absolut empfehlenswert. Großartige Autoren, eine super Location und eine tolle Atmosphäre. Einer interpretierte Moneyboy’s Swag-Text, ein anderer beschrieb Omnibusüberlandfahrten in Niedersachsen und ein Mädchen erzählte die Geschichte einer schweigsamen Schlachterin, die für die Mafia Menschen zerstückelte und die Überreste ins Hackfleisch mischte. Poetry Slam. Super Sache.

Kennt ihr das Beergame? Neben vielen anderen Dingen ist es auch ein Wirtschaftsplanspiel, das den Mitspielern Supply Chain Management und den Peitscheneffekt erläutern soll. Als Teil eines Uni-Kurses programmierte ich letztens eine kleine Simulation und braute virtuelles Bier. Und weil ich ja BWL studiere, äh, öm, hörte ich Vorträge von S&P-Menschen und besuchte die Deutsche Bank in Frankfurt. Am Main.

Weil ich gute Musik mag, läuft jetzt ständig “She & Him” und der “Drive” Soundtrack (übrigens schaute ich den Film ja schon before it was cool, düdeldü). Außerdem aß ich heute die ersten Erdbeeren des Jahres. Erdbeeren im Winter sind entgegen allgemein anerkannter Meinung übrigens fantastisch.

Nächstes Wochenende bin ich in Berlin. Das ist cool, bis auf die Tatsache, das der Junge nicht mitfährt. Da er aber nachkommt, wird alles gut. Und weil ich diesen Eintrag mit der Masterarbeit einleitete und es guter Schreibstil ist, damit aufzuhören, erwähne ich noch einmal, dass ich gerade sehr viel für die Masterarbeit lesen muss.

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