Aber noch bessere Fotos macht man dann eben mit einer richtigen Kamera. Oder?

Ich hatte also bisher keine Ahnung von Kameras und Fotografie. Ich besaß nie eine richtige Kamera, weil die Qualität meiner iPhone Fotos für mich ausreichend war. Allerdings war mir schon immer bewusst, dass man noch viel hübschere Bilder machen könnte, würde man sich doch in dem Bereich etwas auskennen.

Und nun habe ich mir eine Fujifilm-Kamera gekauft, um auf der kommenden USA-Reise damit herumzufotografieren. Sie fällt unter das Cluster “Systemkamera”. Ok.

Natürlich wäre es jetzt fatal, so eine Kamera zu besitzen ohne sich mit den ganzen Einstellungen auszukennen. Also habe ich mich mit Büchern und Blogs in die Thematiken von Blenden, ISO und Belichtungszeit eingelesen und verstehe mittlerweile schon die wichtigsten Modi und Menüs der Kamera. (So schwer ist das ja gar nicht.)

Ich werde einfach viel ausprobieren und üben. Mal sehen, wie erfolgreich meine Karriere als Fotograf sein wird. Ich kann zumindest schon ganz okaye Tiefenschärfefotos aufnehmen. Yay.

9. Februar 2015
Computer und Internet

Wenn auf meiner Einpackliste neben Schal und Handschuhen auch Bikini und Sonnencreme steht, dann verspricht das eine abwechslungsreiche Reise zu werden. Vierzig Grad Temperaturunterschied innerhalb von 18 Tagen. Mir wird jetzt erst so langsam bewusst, auf was wir uns da eingelassen haben. Schneestürme im Norden und feinstes Badewetter im Süden. Und wir werden den Übergang dahin miterleben, auf gut 3.000 Kilometern.

Die Strecke selbst dürfte für uns alte Roadtrip-Hasen kein Problem mehr sein. In Großbritannien fuhren wir die gleiche Distanz in zehn Tagen. Nichtsdestotrotz haben wir uns mal wieder ein straffes Programm überlegt. Los geht’s nächste Woche mit dem Flug nach New York. Nach vier Tagen holen wir unseren Mietwagen ab und fahren hoch nach Cape Cod und Boston. Dann geht es zwei Tage später wieder zurück über Philadelphia bis nach Washington, D.C. Anschließend düsen wir durch den Shenandoah National Park (hoffentlich ist der bei dem Wetter geöffnet) nach Charlottesville und Richmond. Dann dürfte es so langsam wärmer und südstäatlicher werder. Weiter nach Charleston und Savannah, wo ich mich so sehr auf diese „Veranda-Häuser“ freue, über St. Augustine und Tampa in Florida nach Sarasota. Dort will ich in das warme Golfmeer springen und euch mit Puderzuckerstrandfotos neidisch machen. Schließlich geht’s noch nach Fort Myers und dann über die Everglades nach Miami, wo wir dann wieder heim fliegen. Ich bin so aufgeregt!

Wir werden dieses Mal in sehr vielen Airbnbs übernachten. Besonders in Großstädten ist das einfach die bessere Wahl was Ausstattung und natürlich Preis angeht. Aber natürlich hat man irgendwie viel mehr „Kulturerlebnis“, wenn man in der Wohnung völlig fremder Menschen schläft und so auch viel mehr Kontakt hat als es in einem Hotel der Fall wäre. Jedenfalls freue ich mich unter anderem schon auf die coole Loft-Wohnung von Alex in Brooklyn und das „Verandahaus“ von Erin in Savannah.

Wenn man sich in den USA einen Mietwagen nimmt, ist das relativ unkompliziert und günstig. Solange man das Auto am selben Abholort wieder abgibt jedenfalls. Bei Einwegmieten wird es hingegen teilweise sehr teuer. Grundsätzlich gilt für alle Autovermieter in den USA eine nach Meilen gestaffelte Einweggebühr, sofern diese nicht ausschließlich in Kalifornien, Hawaii oder Florida liegt. Und für eine Strecke von über 1000 Meilen gilt dann die zusätzliche Gebühr von 500 USD, die man bei einer Onlinebuchung anfangs gar nicht sieht. Erst wenn man kurz davor ist, den normalen Mietpreises zu bezahlen, steht da ein kleiner Hinweis über den zusätzlichen Betrag, den man vor Ort zahlen müsse.

Aber natürlich sind wir kluge Menschen, die das nicht überlesen, sondern ganz fix hin- und hergoogeln und dann erfahren, dass für ganz bestimmte Verbindungen bei einer ganz bestimmten Veranstalter- und Vermieterkombination die Einweggebühr entfällt.
Und wie der Zufall es will, ist die Strecke New York-Miami über DERTOUR und Alamo so eine. Yay. Jetzt müssen wir unseren Mietwagen zwar in Downtown Manhattan abholen (und von dort losfahren), aber hey, das lohnt sich auf jeden Fall.

So und jetzt werde ich noch eine coole Roadtripplaylist erstellen und dann versuchen, alle Sachen für eine optimale klimagerechte Ausstattung in einen einzigen Koffer unterzukriegen.

4. Februar 2015
Urlaub, USA

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Ich pendle nun schon fast drei Jahre lang jeden Tag von Stuttgart nach Frankfurt und zurück. 87 Minuten hin und 78 Minuten zurück. Das sind 165 Minuten täglich, die ich im Zug sitze. Vorausgesetzt die liebe Bahn ist pünktlich. Und da sind noch nicht mal die zusätzlichen S-Bahn-, Tram- oder Busfahrten eingerechnet, die ich in Frankfurt noch hinter mich bringen muss.

Warum mache ich das bloß? Ok, das ist ziemlich schnell erklärt. Ich arbeite in Frankfurt und wohne in Stuttgart. Umziehen nach FFM wollte ich nicht, weil ich die Stadt nicht mag und weil mein Freund in Stuttgart arbeitet. Und anfangs dachte ich mir eben, dass das Pendeln schon ok sei. Schließlich bin ich damals in meinem Bachelorstudium auch schon jeden Tag von Berlin nach Frankfurt (Oder) gefahren. Und heute fahre ich mit dem ICE und das ist ja eigentlich auch ganz angenehm. Eine gewisse Zeit lang jedenfalls.

Irgendwann fängt es aber natürlich an zu nerven. Jeden Tag dieselben trödeligen Menschen an den Bahnhöfen, die zum ersten Mal Zugfahren oder anderweitig im Weg stehen. Ich habe meinen morgendlichen Weg zwar schon zeitoptimal organisiert, aber jede Minute, die ich wegen Linksstehern auf der Rolltreppe verliere, verursacht, dass ich die S-Bahn verpasse, was verursacht, dass ich den Bus verpasse, was verursacht, dass ich zu Fuß gehen muss, was verursacht, dass ich zehn Minuten zu spät komme.

Kopfbahnhöfe helfen da übrigens keineswegs weiter. Gäbe es in Stuttgart schon den schönen neuen Untergrundbahnhof würde ich morgens und abends zehn Minuten sparen. Gäbe es in Frankfurt keinen Kopfbahnhof oder einen separaten Zugang zu den S-Bahn Gleisen würde ich wahrscheinlich täglich 20 Minuten Zeit sparen. Wertvolle Zeit, die ich länger schlafen oder früher im Büro sein kann, statt Koffern und Menschen ausweichen zu müssen.

Das Fahren in den Zügen selbst ist eben gar nicht mal so schlimm. Verglichen mit irgendwelchen lauten und unbequemen Regionalexpressen oder S-Bahnen kann man im ICE auch produktiv arbeiten. Oder Serien schauen. Oder schlafen. Mittlerweile kenne ich alle goldenen Regeln und Insidertipps des ICE-Fahrens. In welchen Wagen fast immer noch Plätze frei sind, welche Menschentypen wann wo sitzen und wieder aussteigen, wo die bahn.comfort Plätze sind und da ich auch alle ICE Baureihen und ihre Fahrzeugkonfiguration kenne, weiß ich wo sich welche Wägen befinden, ohne die Wagenstandsanzeiger anschauen zu müssen. Bahndurchsagen kann ich natürlich im Schlaf mitsprechen und ich führe ein inoffizielles Verspätungsminutentagebuch. Rekord letztes Jahr: Kalenderwoche 41 mit 183 Minuten Verspätung.

Irgendwie habe ich eben keine Alternative zum Bahnfahren. Und weil ich nicht vorhabe aus Stuttgart wegzuziehen und mir meine Arbeit Spaß macht, wird das wohl auch noch eine Weile so bleiben. Und wenn man erst mal so eine Bahncard100 gehabt hat, will man auch nie mehr darauf verzichten.

19. Januar 2015
5 Kommentare ∙ Alltag, Leben

Instagram ist noch immer eine meiner Lieblingsapps. Ich mag es einfach nur durch einen Stream schöner Bilder zu scrollen. Manchmal schaue ich mir auch an, was meine Freunde so geliked haben und tatsächlich suche ich auch mal nach Fotos mit Hashtags. Sehr oft interessiert mich aber der Geotag eines Bildes. Wenn ich wissen will, wo ein Bild entstanden ist, kann ich da wunderbar draufklicken und sehe einen Kartenausschnitt sowie alle Bilder, die andere Nutzer am gleichen Ort aufgenommen haben. Die Geotag-Seite eines Fotos ist für mich alten Geografie-Liebhaber eine der besten Erfindungen von Instagram.

Aber da hört es dann auch leider schon auf. Warum macht man nicht viel mehr mit dieser Information, wo ein Bild getaggt wurde? Welch verschwendetes Potential das doch ist! Geotags sind doch Gold wert. Aber alles, was instagram damit macht, ist den Ort nur über dem Foto zu verlinken. Und das auch nur über die App und nicht auf ihrer Website. Es gibt keine Möglichkeit speziell nach Geotags zu suchen oder sie anderweitig auszuwerten. Warum ist das so?

Wenn ich irgendwo bin und wissen will, was es Tolles in der Nähe gibt, könnte ich doch wunderbar Instagram dafür nutzen. Ich lasse mich orten, Instagram würde mir per Foursquare-Verknüpfung Orte anzeigen mit den dort getaggten Bildern. Und da Instagram irgendwann einmal darauf ausgelegt war, Fotos ein wenig hübsch zu machen, könnte man annehmen, dass die angezeigten Bilder von ganz okayer Qualität sind und nicht nur lahme Motive beinhalten.

Apropos foursquare: Dort stehen die Geotags im Vordergrund. Und meist sind auch ein paar Fotos dazu verknüpft. Eigentlich genau das, was ich suche. Aber bei Instagram sind die Fotos einfach in viel größerer Anzahl vorhanden. Und eben auch vermeintlich hochwertiger. Warum kann man also nicht die Vorzüge beider Apps verbinden?

Wenn ich auf der Suche nach einem Restaurant bin, suche ich mithilfe von Yelp. Die dortigen Bilder einer Location sind aber nicht sehr aussagekräftig. Würde ich hingegen auf alle Bilder zugreifen können, die auf Instagram an dem Ort getaggt wurden, würde ich doch einen viel besseren Eindruck bekommen.
Zum Vergleich: Die Anzahl getaggter Fotos von „Ron Telesky Canadian Pizza“ in Berlin bei Yelp: 44, bei Foursquare: 70, bei Instagram: 159. Mir hilft es viel mehr, Fotos vom dortigen Essen und der Einrichtung anzuschauen, als nur Bewertungen durchzulesen.

Warum gibt es das also noch nicht? Über die API von instagram kann man doch bestimmt auf die Geotag-Infos eines Bildes zugreifen. Es gibt ja schließlich schon diese hässlichen und schlecht funktionierenden Programme wie shots24.de und worldc.am, die prinzipiell schon in die Richtung gehen, wie ich es mir vorstelle. Aber ich will das als hübsche und intuitive App. Oder in Instagram integriert. Irgendwas. Kann sich mal bitte ein guter Entwickler dem Thema annehmen?

01.08.14 – 03.08.14 Midengland & London

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Der Weg zurück nach London war vermutlich weniger aufregend, als das zuvor Gesehene. Zentralengland ist tatsächlich ein bisschen langweilig und mit dem Anblick einer hinterdeutschen Flachlandschaft zu vergleichen. Allerdings mit dem Unterschied, dass man hin und wieder durch kleine niedliche Dörfer fährt, die den vollen Charme einer altehrwürdigen Englanddynastie hergeben. Und immer wieder irgendwelche Schlösser und Burgen. (Ok, das gibts bei uns ja auch.)

Wir legten einen Zwischenstopp in Pocklington ein und wie wir dann erfuhren in einem Golf-Resort. Überall wimmelte es von schnieken Poloshirt-tragenen mittelalten Herren. Wir schauten Ihnen durch die riesige Fensterfront ein bisschen beim Golfspielen zu, während wir in der Hotelbar schnieke Cocktails zu uns nahmen. Irgendwie gab es dort auch nichts anderes zu tun.

Und dann also London. Finally. Der letzte Tag, das letzte Highlight. Ich war zuletzt 2009 dort und damals auch nur für dreizig Stunden. Dieses Mal hatten wir zwar noch weniger Zeit, nichtsdestotrotz wollten wir einfach ein bisschen London-Flair aufschnappen, Tube fahren, über jede Brücke laufen, mit der GoPro an den obligatorischen Sights vorbeilaufen und dabei die Gesichter der Menschen beobachten. Check. Aber ich muss ganz sicher noch einmal wiederkommen. Für mehr als ein paar Stunden.

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Ach, und dann waren wir ja noch in Cambridge. Da wir vor unserem Abflug noch Zeit hatten, fuhren wir in die bekannte Uni-Stadt und flanierten über den riesigen Campus der verschiedenen traditionsreichen Colleges. Wir sahen hunderte Ersties, die wohl zum Herbstsemester anfangen zu studieren und sich von Alumnis die Stadt zeigen ließen. Man kann sich ein bisschen verirren, weil irgendwelche Parks irgendwann einfach aufhören und Wege abgesperrt sind. Aber dann folgt man einfach den Scharen von Studenten, die es auch nicht besser wissen.

So. Und das war nun also unsere Großbritannien Reise 2014. Eine schöne, lange, erholsame Woche mit viel, viel Autofahren (3000 km), vielen Seen, Bergen, Schlössern, Destillerien, grünen Wiesen, Ale (6x) und Fish & Chips (3x). Und selbstverständlich schließe ich nicht, ohne die nächste Reise anzukündigen: Im Frühjahr geht es wieder nach Amerika. Dieses Mal wollen wir die Ostküste herunterfahren. Von Boston über NY, Washington und Charleston nach Miami. Ich freu mich schon riesig, weil ich Amerika mag und bis auf New York und Miami noch nichts von der Ostküste gesehen habe. Mehr dazu demnächst hier.

4. November 2014
2 Kommentare ∙ Cities, UK, Urlaub
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