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29.07.14 – 01.08.14 Midschottland & Edinburgh

Wenn ich Schottland mit einem Wort charakterisieren müsste, dann wäre das “Seen”. Erst die nächsten Wörter wären “Highlands” und “Whiskey”. Aber die Seen in Schottland sind nicht nur aufgrund ihrer Anzahl so prägnant, sondern auch wegen ihrer Größe. Die vielen Lochs und Lakes ziehen sich über hunderte Kilometer in die Länge. An ihnen unbemerkt vorbeizukommen ist fast unmöglich. Das Wasser ist tief und dunkel. Im Hintergrund erstrecken sich Hügel- oder Berglandschaften, aus denen Bäche die Seen speisen. An Wasser mangelt es nicht in Schottland.

Und doch boten die Highlands den wohl schönsten Anblick während der gesamten Reise. Wir waren gar nicht wirklich tief in den Highlands, sondern eher in deren Ausläufern. Nichtsdestotrotz konnte man erahnen, welch atemberaubende Landschaft das ist. Diese Stille, diese Farben, dieses Licht. Selbst die immerkühle Luft passt perfekt hier hinein. Man vermisst die Sonne nicht einmal.

Wir fahren vom Südwesten Schottlands nach Norden. Am Loch Ness vorbei, machen obligatorische Fotos, halten nach dem Monster Ausschau und drehen höchst professionelle Videos mit der GoPro. Am nördlichsten Punkt blicken wir kurz auf das Meer und verabschieden uns dann wieder zurück ins Festland. Wir verbringen zwei Nächte in Aberfeldy, einer kleinen Stadt am Fuße des Cairngorms Nationalparks, in der es natürlich auch eine Whiskey Destillerie gibt. Dewar’s nämlich.

Wir planten ja irgendeine Art von “Whiskey-Tour” zu machen. Oder zumindest eine Destillerie zu besichtigen, etwas über Whiskey zu erfahren und natürlich haufenweise Schlückchen davon zu trinken. So oder so ähnlich kam es dann auch. Um zehn Uhr morgens verkosteten wir zwei edle Tropfen nachdem wir das Museum und das “Werk” angeschaut hatten. Ich kenne jetzt den Unterschied zwischen Scotch und Bourbon, zwischen Single Malt und Blended, zwischen westschottischem und ostschottischem Whiskey. Und der schönste Fakt kommt jetzt: Ein amerikanischer Bourbon darf in keinem Fass gelagert werden, das vorher schon benutzt wurde. Ein schottischer Whiskey muss in einem Fass gelagert werden, das vorher schon benutzt wurde. Ratet mal, was mit den amerikanischen Bourbon-Fässern nach der Lagerung passiert. Genial.

Am nächsten Tag durchqueren wir die Landschaft bis hin zur Ostküste nach Aberdeen. Wir werfen Steine ins Meer in Stonehaven und schauen uns die Golfplätze von St. Andrews an.
Schließlich machen wir uns auf nach Edinburgh und genießen dieses wunderbare Flair der Stadt. Diese historische Architektur vermischt mit nur ein ganz klein wenig Moderne und vielen hübschen jungen Menschen. Ganz anders irgendwie als in Glasgow, das uns zu aufpoliert erschien. Edinburgh war absolut entspannend und pittoresque. Genau wie unsere Airbnb Unterkunft in dieser Nacht. Eine Stadtvilla außerhalb der Stadt mit einem wunderschönen Zimmer im englischen (sorry, schottischen) Stil.

Der letzte Tag in Schottland war natürlich verregnet. So verregnet, dass das Hermitage Castle an der Grenze von Schottland zu England geschlossen blieb. Die Burg gehört zu den Überresten des historischen Grenzgebietes, welches damals Schauplatz zahlreicher blutiger Kämpfe zwischen den beiden Nationen war. Nichtsdestotrotz konnte man auf das Gelände hinauf und das schaurige Castle zumindest von außen begutachten. Wir rannten zweimal um die Burg herum und scheuchten die nassen Schafe auf. Und kurze Zeit später saßen wir wieder im trockenen Auto und überquerten die englische Grenze. Goodbye Scotland, you’ve been great!

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6. Oktober 2014
Cities, UK, Urlaub

27.07.14 – 29.07.14 Glasgow & Westschottland

“If you like to visit the hose as well, there is a shuttle bus that will run every quarter of an hour.”

The Hose? Den Wasserschlauch? Warum sollte ich einen Wasserschlauch besichtigen wollen?
Ok, offentsichtlich meinte die nette Dame an der Ticketkasse vor dem Eingang zum Mount Stuart natürlich das Haus, the house. Aber amüsieren konnte man sich schon über den starken Akzent hier in Westschottland. Und bei der tatsächlichen Besichtigung des Hauses verstand ich nur ungefähr die Hälfte von dem, was unser Guide erzählte. Scheinbar erwähnte sie mehrmals während des Rundgangs das Feuer, welches wegen einer vergessenen Kerze ausgebrochen war. Ich war dann hingegen am Ende überrascht davon zu erfahren. (Vielleicht hatte ich auch einfach nicht zugehört.)

Wir waren auf der kleinen Insel “Isle of Bute”, die in Sichtweite unseres Hotels lag. Doch um hinaufzukommen muss man über das Festland einmal auf die andere Seite fahren, um dort mit der Fähre überzusetzen. Die Insel ist wahnsinnig idyllisch. Das umgebene Wasser glitzert in der Sonne, als sei es das Mittelmeer. Auf den Feldern laufen Schafe und Kühe herum, von den Hügeln hat man einen großartigen Blick auf das Meer. Im Süden steht dann dieses Mount Stuart Haus, was der Familie des Herrn Bute gehört, die tatsächlich noch ab und zu darin Urlaub macht.

Einen Tag zuvor waren wir in Carlisle gestartet, überquerten kurz dahinter die schottische Grenze. Und schnell begann sich auch tatsächlich die Landschaft zu verändern. Wir machten uns zunächst auf nach Glasgow und wunderten uns die ganze Zeit über die Hinweise an den Anzeigetafeln auf der Autobahn. “Going to Games? Plan ahead”, “Not going to Games? Plan ahead”, “Delays till 3rd August due to Games.” Scheinbar fanden gerade irgendwelche Spiele in Glasgow statt. Dass es die weltberühmten Commonwealth Games sein würde, erfuhren wir kurze Zeit später bei der Ankunft. Ein gewisser Herr Bolt war hier also auch irgendwo. Wir schauten uns die Gegend rund um das Science Center an, wo die Spiele auf einem familiengerechen Fest übertragen wurden. Nunja. Noch kurz ein Foto von den hübsch geschmückten Booten und wir verließen Glasgow auch wieder. Das Wetter hatte seinen Anteil.

Die Fahrt nach Kames, einem kleinen Ort an der Südwestküste Schottlands dauerte ungefähr zwei Stunden. Es regnete Sturmfluten herab. Die Straßen wurden immer enger. Die leeren Straßen wurden noch leerer. Erst durchquerten wir Wälder, über die sich der Nebel legte, anschließend fuhren wir vorbei an nassen Feldern mit nassen Schafen darauf, über einspurige kurvenreiche Straßen die Berge hinauf, schließlich wieder durch Wälder und dann erreichten wir die endlich die Küste.

Das Hotel, ein kleines Gasthaus vielmehr, ist vermutlich das einzige Highlight in diesem Ort. Es gibt im Erdgeschoss ein Pub, in dem sich die Dorfbevölkerung jeden Abend trifft. Das Essen wird wunderbar frisch und modern zubereitet und passt fast gar nicht in diese traditionsgeladene schottische Atmosphäre. Natürlich tranken wir Ale und ich ließ mir einen westschottischen Whiskey servieren. Bei der Frage, wie ich das denn mit dem bereitgestellten Wasser machen soll, sprangen gleich die anwesenden Pubgäste ein. Sie philosophierten auch noch ein bisschen über den Whiskey an sich und irgendwie schien hier jeder seinen eigenen zu brennen. (Es heißt nicht brennen, sondern destillieren. Aber dazu später mehr.)

Westschottland und die Inseln sind herrliche Erholungsstätten. Es gibt wahrscheinlich mehr Schafe als Menschen. Man ist ständig umgeben von klarer Luft, ruhigen Seen und riesigen Wiesenfeldern. Vielleicht ist es ein bisschen zu einsam, aber wer das mal braucht, der wird hier nicht enttäuscht. Nach zwei Tagen ging es für uns weiter in Richtung Norden und zurück aufs Festland.

10. September 2014
Cities, UK, Urlaub

25.07.14 – 27.07.14 Wales & Westengland

Roger kochte nur Kaffee, obwohl er uns doch versprochen hatte Baked Beans zu machen. Stattdessen empfahl er uns ein nettes Café in der Nähe, in dem wir ganz hervorragendes Frühstück bekommen würden. Wir waren ziemlich hungrig und so versuchten wir uns schnell zu verabschieden, nicht ohne jedoch Rogers Witz, den er uns am Abend zuvor versprochen hatte, anzuhören. Es ging um einen Polen in England, der kein englisch sprechen konnte und irgendwie kamen gekochte Eier und Schinkenbrötchen drin vor, aber ich habe den Witz am Ende gar nicht verstanden. Ich bin mir auch nicht mehr so sicher, ob es überhaupt eine Pointe gegeben hatte. Wir lachten trotzdem und machten uns schnell auf den Weg.

Die erste Nacht in England lag hinter uns. Gestern waren wir in London gelandet, haben unseren obligatorischen Mietwagen abgeholt und sind nach Wales gefahren. Einmal das Meer sehen, war unsere Devise. Die Fahrt dorthin zog sich unendlich hin. Die motorways waren voll, und irgendwie sah alles so aus wie in Deutschland. Eher unspannend. Aber als wir kurz hinter der walisischen Grenze schon die Möwen sehen konnten, wussten wir uns am Ziel. Der kleine Strand von Talacre war ein wenig übervölkert von Englandtouristen und das Meer hatte sich am späten Nachmittag auch schon hunderte Meter zurückgezogen. Nichtsdestotrotz genossen wir die warmen Sonnenstrahlen, so als würden wir nicht genau wissen, ob wir die Sonne überhaupt die nächsten Tage zu Gesicht bekommen würden. Das war ja schließlich England hier.

Nach Hartford war es nicht mehr weit und Roger, unser AirBnB Gastgeber, begrüßte uns herzlich und überschwänglich. Wir wohnten eine Nacht im oberen Gästezimmer seines Hauses, das er seit seiner Scheidung von seiner Frau allein bewohnte. Roger war ca. 50, seine Ex-Frau besuchte ihn aber regelmäßig. So, erzählte er es uns jedenfalls unbekümmert. Er zeigte uns noch einen Pub, in dem wir gut zu Abend essen könnten, was wir schließlich auch taten. Und natürlich durfte auch das erste Zapfbier in einem Pintglas nicht fehlen. Wir testeten ja während der Reise so ziemlich überall die local beers durch, aber mein Geschmack waren sie am Ende eher nicht.

Am nächsten Tag fuhren wir durch das wunderbare Lake District, was die größten Seen Englands beherbergt. Die Szenerie ist beeindruckend, insbesondere die menschenleeren, wiesenbedeckten grünen Berge. Ein bisschen so wie man sich Irland vorstellt. Die Seen sind hübsch, aber im Vergleich zu den schottischen Lochs fast lächerlich klein. Wir cruisen also im District herum, fahren die Berge hoch und wieder hinunter, auf gehweggroßen Straßen, vorbei an etlichen Schafen und grüßenden Traktorfahrern, über ratternde cattle grids bis hin zur Westküste nach Whitehaven, um dann weiter zu unserer Übernachtungsstation nach Carlisle zu gelangen. (Über die korrekte Ausspreche dieses Ortes kann man sich übrigens stundenlang amüsieren.)

26. August 2014
Cities, UK, Urlaub

Das ist jetzt mein zweiter Sommer in Stuttgart und so langsam kenne ich mich in der Stadt auch einigermaßen aus. Ich kann sogar fast schon immer hilfreich Auskunft zu einer Straße oder einer U-Bahn Haltestelle geben. Und ein paar Lieblingsplätze, besonders für die Sommermonate, habe ich nun auch parat.

Am schönsten sind allerdings die sonnigen Frühstückssonntage und die lauen Sommerabende auf dem Balkon, mit Freunden, Wein und selbstgemachtem Limoncello, leckeren Bratwürsten von unserem neuen Grill und eventuell gewinnen im Hintergrund irgendwelche Fußballer so ein Spiel.

Ja, auf dem Balkon ist es schon ziemlich nice. Aber irgendwann verlasse ich dann doch mal das Haus und dann bin ich eventuell an den folgenden Plätzen anzutreffen.

Das Carls Brauhaus am Schlossplatz hat erst kürzlich neu- oder wiedereröffnet. Mir ist vorher nie aufgefallen, dass es dort überhaupt irgendein Lokal gab und plötzlich steht dort ein hipper moderner Laden, der gutes Bier und geile Maultaschen verkauft. Leider ist es im Sommer draußen regelmäßig zu voll. Aber wem sag ich das.

Natürlich darf der Palast der Republik (kurz: Palaschd) auf der Liste nicht fehlen. Eigentlich ist damit nur der Platz ringsherum gemeint. Irgendwo holt man sich dann ein Bier und setzt sich auf die kleinen Steinmauern. Oder etwas bequemer: Man sitzt in einen der umliegenden Restaurants draußen auf den Stühlen und chillt mit Thai-Eistee oder so.

Menschen, die Dinge in das Internet schreiben, streiten sich darüber, wo es das beste Eis Stuttgarts gibt. Ich weiß es natürlich, weil ich alles selbst getestet habe. Der Eis Pinguin am Eugensplatz hat zwar einen dämlichen Namen und eine schlechte Website, aber ganz gutes Eis. Positiver Nebeneffekt ist die Aussicht auf der anderen Straßenseite. Da kann man nämlich mit seinen drei Kugeln Stracciatella schön runter auf den Stuttgarter Kessel gucken. Und da es hier mit Wasser nicht so bestellt ist, nimmt man das, was man kriegen kann. Aussichten nämlich.
Aber das weltbeste Eis gibt es in der Gelateria Kaiserbau am Marienplatz. Nicht nur, dass das Eis sehr genial schmeckt, es gibt phantastisch außergewöhnliche Sorten, wie zum Beispiel “black sesame crème brûlée with apricots” oder “Lemon cream with white chocolate and baiser”. Warum auch immer das auf englisch sein muss. Jedenfalls sehr, sehr teilweise.

Ansonsten ist natürlich der Schlosspark nicht weit von hier und da lässt es sich auch sehr gut grillen, Mölkky spielen und Kirschen essen. Oder einfach mit dem Fahrrad zum Max-Eyth-See radeln oder Geocaching am Bärensee. Fehlt eigentlich nur noch diese Sonne, von der immer alle reden.

Der Flug nach Bangkok war sehr angenehm und wir landeten gegen 18 Uhr am kleineren der beiden Flughäfen. Von dort ging es schnell mit dem Taxi zur nächsten Skytrain-Station und dann waren wir auch schon im Hotel. Ja, dieses Mal hatten wir tatsächlich auch ein Hotel in Bangkok. Zwei Wochen vorher liefen wir ja verschwitzt und müde durch die Straßen. Wir wollten eigentlich nur so schnell wie möglich raus aus der Stadt und ans Meer. Jetzt waren wir wohlerholt, hatten einen schönen Sonnenbrand und freuten uns auf Bangkok.

Das Hotel war fantastisch. Ich glaube, es war das hübscheste und modernste Hotel, in dem ich je gewesen bin. Natürlich ein Hochhaus mit Rooftop-Bar und Pool in einem der oberen Stockwerke. Das Zimmer war sehr modern ausgestattet und es gab sogar eine Badewanne mit Blick über die Stadt. Im Hotel konnten wir zwischen drei verschiedenen Restaurants wählen. In einem aß ich einen genialen New York Style Hot Dog (nach zwei Wochen sehnte ich mich so nach Pizza und Pommes). Das Frühstück bot eine riesige Auswahl für Menschen aus allen Regionen der Erde. Hier hätte ich es noch zwei Wochen ausgehalten.

An unserem letzten Tag in Thailand fuhren wir noch mit der Fähre den Fluss Chao Phraya entlang, welcher obligtorisch äußerst verdreckt war. Wir stiegen am Gebäude mit diesem großen liegenden Buddha aus und liefen am Ufer entlang hoch bis zum Königspalast. Aber wir hatten wenig Lust uns irgendwas davon näher anzuschauen. Kulturbanausen, wie wir sind. Also machten wir uns auf den Weg zurück und kurz danach auf zum Flughafen. Über Bahrain ging es dann in 14 Stunden wieder heim nach Deutschland.

Und damit endet meine kleine Reisegeschichte zu Thailand 2014. Es waren wahnsinnig aufregende zwei Wochen. Die Inseln waren vielleicht so ziemlich das Schönste, was ich je gesehen habe. Dieses Meer und diese Unterwasserwelt. Einmalig. Die Menschen in Thailand sind wirklich alle sehr freundlich und hilfsbereit. Aber auch ein bisschen wuselig und augenscheinlich unorganisiert, und man wundert sich dann ein bisschen, dass am Ende trotzdem alles perfekt funktioniert. Daher kann ich Thailand jedem Asienanfänger eindeutig weiterempfehlen.
(Auch wenn es dort aktuell politisch eher schwierig ist, ich glaube dass man in den Urlaubsgebieten nichts mitbekommt und sicher ist. Als wir im März dort waren, gab es auch diesen „Ausnahmezustand“ in Bangkok und trotzdem lief das Leben normal weiter. Aber man sollte jetzt in der Regenzeit sowieso nicht nach Thailand fliegen.)

27. Mai 2014
Cities, Thailand, Urlaub
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