7. August 2015 Cities, Kroatien, Urlaub

Hier eine kleine Sammlung meiner snapchat stories, die während des Kurzurlaubes in Kroatien entstanden sind. Sie fasst alles Wesentliche und Spannende auf der Reise zusammen, so dass ich nichts weiter dazu schreiben brauche.
(Ich werde aber vielleicht noch einen Beitrag mit Fotos veröffentlichen.)

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24. Juni 2015 Cities, Schweden 2 Kommentare

Alles fing damit an, dass wir Daniel eine Flasche schwedischen Gin schenkten. Spezial-Gin aus einer kleinen Destillerie in Wannborga, auf der Insel Öland. Importiert nach Deutschland. Die Flasche war ein symbolischer Akt, weil Daniel für ein Jahr nach Stockholm gehen wollte und wir ihm damit versprachen, dass wir diesen Gin mit ihm trinken werden, wenn wir ihn dort besuchen kommen. Das war letztes Jahr.

Jetzt im Mai war es dann soweit. Von Stuttgart über Bremen flogen wir zu dritt nach Stockholm Skavsta. Ryanair, yay. Daniel holte uns mit seinem Auto ab, den Gin hatte er im Kofferraum. Wir hatten uns für einen Tag ein Haus in Vadstena am Vätternsee gemietet. Die kleine idyllische Stadt Vadstena ist so niedlich, überall diese wunderhübschen roten Schwedenhäuser, viele grüne Wiesen, blühende Bäume und das Wasser des Vätternsees glitzert so bilderbuchhaft, dass einem fast schwindelig wird. Und genau dort feierten wir unser Wiedersehen.

Doch den Gin rührten wir an diesem Abend nicht an. Zu müde waren wir, zu schade wäre er gewesen. Also packten wir die Flasche am nächsten Morgen wieder ein und fuhren nach Stockholm. Daniel lief mit uns zuerst kurz zu den klassischen Orten, wie Gamla Stan, zeigte uns dann aber auch die spannenderen Viertel in Södermalm.

Am Abend wollten wir zu einer Party von Daniels Uni und wir beschlossen dafür nun endlich den Gin zu öffnen. Doch als wir nach der Flasche suchten, fiel uns wieder ein – Achtung plot twist – dass wir den Gin doch nicht eingepackt hatten und ihn stattdessen in Vadstena im Kühlschrank vergessen haben!

Wir schrieben dem Gastgeber Hendrik und fragten, ob er die Flasche per Post nach Stockholm schicken könne. Hendrik fragte, ob er nicht lieber Geld schicke könne, damit er den Gin selbst trinken kann. Haha. Nein.

Also gab es an diesem Abend keinen Gin, sondern für 500 Kronen Biere aus dem Systembolaget. Dafür war die Uniparty super und warum sind alle Schweden so verdammt hübsch?

Den nächsten Tag verbrachten wir auf der Insel Värmdö, eine von hunderttausend Schäreninseln vor der Küste Stockholms. Wir suchten uns ein nettes abgelegenes Plätzchen direkt am Wasser. Und wieder ist alles so idyllisch, so still, so pittoreske. Da stehen kleine Mini-Schwedenhäuser als Bootsanlegestellen irgendwo im Nirgendwo. Und gleich kommen Annika und Tommi um die Ecke.

Tatsächlich gehen wir abends nochmal weg, zu diesem coolen Bar-Lounge-Dings unter einer riesigen Autobahnbrücke. Überall läuft gute Musik, Lichter bestrahlen die gewaltigen Betonpfeiler, hübsche Menschen sitzen auf chilligen Holzbänken oder spielen Super Mario, das an Betonwände projiziert ist. Wow, ich will sowas für Stuttgart!

Als wir am nächsten Tag nach Hause fliegen ist der Gin noch immer in Vadstena. Irgendwann kann sich Hendrik doch durchringen, ihn nach Stockholm zurückzuschicken.

Vor zwei Wochen kam Daniel dann zurück nach Deutschland und brachte den Gin wieder mit. Ungeöffnet! Und irgendwie haben wir es auch bei unserem erneuten Wiedersehen nicht übers Herz gebracht, das zu ändern. Es bleibt also spannend!

(Ich schäme mich an dieser Stelle kurz für die unnötige Klimabilanz, die wir durch diese Flasche verursacht haben.)

teaser
19. Juni 2015 Cities, Urlaub, USA, USA 2015

Alligatoren sind so cool! Sie chillen den ganzen Tag in der heißen Florida-Sonne, kühlen sich ab und zu in den Gewässern der Everglades ab und müssen sich ob Ihrer gefährlichen Erscheinung erstmal keine Sorgen machen, gefressen zu werden. An Menschen sind sie mittlerweile gewöhnt und lassen es unbekümmert über sich ergehen, dass diese jauchzend Fotos schießen, sobald sie irgendwo auftauchen.

Vor vielen Jahren fuhr ich mit meiner Schwester durch die Everglades. Oder besser, sie fuhr und ich staunte nur aus dem Fenster. Der Tamiami Trail, die Hauptstraße durch den Park, war fast menschenleer und alle hundert Meter schliefen oder liefen dutzende Alligatoren am Wegesrand herum. Ich weiß noch, wie groß meine Augen waren, als ich all diese exotischen Tiere so nah an mir vorbeiziehen sah. Und jetzt wollte ich auf dieser Ostküsten-Tour natürlich wieder zurück in die Everglades.

Doch irgendwas muss sich in den letzten Jahren verändert haben: Drainagesysteme und Landwirtschaft, die zu Wasserknappheit führen; der Mensch generell und die Touristenmassen sowieso; die Vermehrung von Pythons, die Alligatoren fressen (!) und wahrscheinlich noch viele andere Gründe führten dazu, dass ich die Everglades nicht mehr wiedererkenne. Der Trail ist voller Autos, alle paar Kilometer tauchen irgendwelche Airboat-Touren-Läden auf, hunderte Touristen auf Camping-Plätzen und keine Alligatoren mehr! :(

Ob es nun daran lag, dass es generell weniger Gators gibt oder diese einfach kein Bock mehr haben, an der Straße herumzuliegen, weiß ich nicht. Wahrscheinlich muss man die Hauptstraße verlassen und in die kleinen sumpfigen Wege abbiegen. Aber dann wiederum ist man nur ein nerviger Tourist, der in den Lebensraum der Tiere eindringt und das wollen wir nicht sein. Also fahren wir einfach durch und halten nur einmal kurz an einem kleinen Naturpark. Dort gibt es tatsächlich ein paar Alligatoren. Aber die ganze Szenerie wirkt ein bisschen wie im Zoo und ich fühle mich schlecht, hier Fotos zu machen.

Gegen Nachmittag erreichen wir Miami. Es sind 33 Grad Celsius! Damit haben wir einen Temperaturunterschied auf unserer Reise von 50 Grad erlebt. Wow.
Wir parken vor dem Haus unserer Airbnb-Unterkunft in Miami Beach und laufen -natürlich- zum Strand. Man kann Miami ja noch so schrecklich finden, aber der Strand ist schon ziemlich hübsch. Und da es hier auch viel wärmer ist und die Wellen spannender sind, verbringe ich endlich ganz viel Zeit im Wasser. Wie habe ich das vermisst!

Abends gehen wir noch irgendwo in Miami Beach essen, laufen nachts an der Strandpromenade entlang und frühstücken am nächsten Tag hervorragend, bevor wir schließlich zum Flughafen fahren. Und hier endet dann auch diese kleine Geschichte unseres Ostküsten-Roadtrips 2015.

Insgesamt war es viel zu kalt und viel zu nass und ich werde nie wieder im Februar nach Amerika fliegen. Aber dennoch: Wir haben mega viel gesehen und erlebt und ich bin froh, diese Route gewählt zu haben. Besonders New York natürlich, aber auch Washington und Charleston möchte ich auf jeden Fall noch einmal besuchen. Aber das nächste Mal wird es wahrscheinlich ein Roadtrip durch das Herz von Nord-Amerika geben, von Toronto nach New Orleans, vielleicht. Aber dazu später mehr.

25. Mai 2015 Cities, Urlaub, USA, USA 2015 Ein Kommentar

Zwei Stunden nachdem wir Savannah verließen, überquerten wir die Grenze Floridas! Ab jetzt würde es viel, viel wärmer werden. Ich freute mich schon auf das Baden im warmen Golfwasser, auf die traumhaften Strände und Sonne pur.

Leider war es nur so mittelwarm, als wir in St. Augustine ankamen, unserer Unterkunft für die nächste Nacht. St. Augustine Beach ist noch einmal eine eigene Ortschaft, welche halbinselähnlich vor der Nordostküste Floridas liegt. Offenbar noch zu nördlich für unsere Wunschvorstellungen. Man kann in der Altstadt ganz nett herumschlendern, ein leicht südamerikanisches Flair soll einen umgeben und die zahlreichen Restaurants bieten was für jeden Geschmack.

Ich will aber unbedingt das Meer sehen. Der Strand ist menschenleer, rau der Wind, kalt das Wasser. Aber doch so atemberaubend, weil es wie eine Belohnung für die vergangenen eiskalten Tage hier in Amerika wirkt.

Am nächsten Tag geht es schon weiter an die andere Seite Floridas. Die Wärmere! Und tatsächlich, bei zwanzig Grad erreichen wir Sarasota. So unbekannt wie die Stadt für uns sein mag, so bedeutender ist sie doch für die Region um Tampa und St. Petersburg. Und sie ist Ausgangspunkt für die kleinen langgezogenen Inseln, die Keys, vor ihrer Küste.

Wir fahren zuerst nach Siesta Key, wo es angeblich den schönsten Strand der USA gibt! Daneben gibt es noch das sehr, sehr lange Longboat Key mit den riesigen Villen und Golf Clubs, und das wunderbare Anna Maria Island.

Ich war vor einigen Jahren schon ein paar Mal auf AMI und habe mich in die Insel verliebt. Sie hat meiner Meinung nach noch einen viel schöneren, sehr breitem Strand mit schneeweißem Puderzuckersand. Auf der Insel selbst gibt es nette kleine Cafés und Restaurants, die Atmosphäre ist viel relaxter als auf Long Boat oder Siesta Key. Wir essen geschwärzte Mahi Mahi Sandwiches an einem Pier, mit Ausblick auf das immer sonniger werdende Meer. Und ein paar Stunden später sehe ich sogar einen Delfin aus dem Wasser springen. Einen echten Delfin!

Den Rest des Tages verbringen wir am Strand und ich laufe barfuss an der Küste entlang, immer auf der Suche nach Sand Dollars. Das sind hübsche runde, sehr dünne Seeigel-Skelette, die kleine Löcher in Form eines Sternes haben. Es ist sehr schwer einen komplett erhaltenen Sand Dollar zu finden, weil sie doch sehr zerbrechlich sind. Und auch wenn ich früher schon Stunden erfolglos mit der Suche verbracht hatte, gebe ich nicht auf. Und schließlich finde ich doch einen! Ich kann mich vor Freunde gar nicht halten.

Nach zwei Tagen nahmen wir auch schon wieder Abschied von Sarasota und dem großzügigen floridianischen Haus, das wir dank Airbnb bewohnen durften. Der letzte Teil unserer Reise führt uns nun in den Süden Floridas!

(Florida: Tallahassee)

13. Mai 2015 Cities, Urlaub, USA, USA 2015 Ein Kommentar

Wie schön hatte ich mir das ausgemalt: Von Washington aus zum Shenandoah National Park und dort den Skyline Drive entlang fahren, an fünfhundert Scenic Views anhalten, die wunderschöne Landschaft des Parks anschauen, weiter nach Charlottesville in diese alte Monticello-Villa von Thomas Jefferson besuchen und abends voller Erlebnisse todmüde ins Bett fallen.

And then winter happened.

Am Morgen unserer Abfahrt aus Washington rief ich ein paar mal bei der Hotline des Shenandoah National Parks an und eine Bandansage mit merkwürdigem virginianischem Akzent wiederholte sich immer: „Due to the current weather conditions, the Shenandoah National Park Service is closed.
Ich war ziemlich enttäuscht. Der Park hätte zwischen all den Städten, in die wir so reisten, etwas Abwechselung geboten. Und seit der letzten Amerika-Reise an die Westküste liebe ich die amerikanischen National Parks sehr.

Wir beschlossen also direkt nach Charlottesville zu fahren, aber kaum waren wir auf dem Highway, begann es kräftig zu schneien. Sofort gerieten Autos vor uns ins Schleudern, wir konnten nur noch Schrittgeschwindigkeit fahren.
Ich checkte vorsichtshalber die Website des Jefferson Hauses, und – natürlich – war es aufgrund der current weather conditions heute geschlossen. Es ging also direkt nach Richmond ins einzige Hotel der ganzen Reise. Der Tag war gelaufen.

Voller Vorfreude auf den ersten Tag ohne Schnee, standen wir am nächsten Morgen früh auf uns machten uns auf den Weg zu unserer längsten Teilstrecke nach Charleston, South Carolina. Die Fahrt war lang und wenig aufregend, gerade Highways, flache Ebenen. Aber die Landschaft begann sich merklich zu ändern. Aus gemäßigten Wäldern wurden moorige Wiesen, wir sahen die ersten Palmen und tatsächlich zum ersten Mal keinen Schnee. Als wir gegen Abend in Charleston ankamen, war es sogar fast zwanzig Grad warm. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie geil sich diese 20 Grad angefühlt haben.

Wir wohnten für zwei Tage in einem dieser Veranda-Häuser, die ich so faszinierend finde. Ich kann mich gar nicht sattsehen an ihnen und denke immer sofort an amerikanische Südstaaten-Filme oder stelle mir vor, wie ich an jedem Sommertag auf der Veranda sitzen würde, in einem weißen Schaukelstuhl, mit einem Glas Rotwein in der Hand.

Am nächsten Tag liefen wir durch das schöne Charleston, schauten uns zwei ehemalige Herrenhäuser von innen an und fuhren mit den alten Trolleys herum. Die Trolleyfahrerin war so eine Art Stadtführerin, die allerdings schwer verständliches Südstaaten Amerikanisch viel zu laut in das kleine Trolley-Mikrofon sprach. Schließlich spazierten wir noch am Hafen entlang und ich fühlte mich ziemlich wohl in dieser Stadt. Yay Charleston!

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Von Charleston nach Savannah sind es nur etwa zwei Stunden. Wir erreichen unsere Unterkunft daher schon früh, so dass wir den Rest des Tages in der schönen Altstadt von Savannah herumlaufen können. Auch hier gibt es wieder wunderschöne Veranda-Häuser, aber alles ist ein bisschen kleiner und unscheinbarer als in Charleston. Dafür gibt es hier überall diese merkwürdig hübschen Eichen, von denen Moos herabhängt. Das ist besonders spooky bei Nacht, wenn die Straßenlaternen durch das Moos scheinen.

In Savannah gibt es zwischen den Häuserblocks in immer gleichen Abständen 24 kleine quadratische Parks mit Gärten, Monumenten, Bänken und vielen Bäumen. In einem dieser Squares, dem Chippewa Square, wurden die Forrest Gump Szenen gedreht, bei denen Forrest auf der Bank sitzt. Die Bank gibt es zwar leider nicht, aber das tut dem Park keinen Abbruch. Wir laufen noch ein bisschen weiter durch die Stadt bis uns der Regen zu einem frühen Abendessen zwingt. Schließlich beenden wir den Tag mit einem Fußmarsch zu unserer Unterkunft, vorbei an den dunklen gespenstischen Mooseichen.

Und damit lassen wir nun auch Georgia hinter uns und fahren endlich in das hoffentlich viel wärmere Florida!

(Virginia: Richmond, North Carolina: Raleigh, South Carolina: Columbia, Georgia: Atlanta)

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