Schweden
oder die phantastische Reise einer Gin Flasche

Alles fing damit an, dass wir Daniel eine Flasche schwedischen Gin schenkten. Spezial-Gin aus einer kleinen Destillerie in Wannborga, auf der Insel Öland. Importiert nach Deutschland. Die Flasche war ein symbolischer Akt, weil Daniel für ein Jahr nach Stockholm gehen wollte und wir ihm damit versprachen, dass wir diesen Gin mit ihm trinken werden, wenn wir ihn dort besuchen kommen. Das war letztes Jahr.

Jetzt im Mai war es dann soweit. Von Stuttgart über Bremen flogen wir zu dritt nach Stockholm Skavsta. Ryanair, yay. Daniel holte uns mit seinem Auto ab, den Gin hatte er im Kofferraum. Wir hatten uns für einen Tag ein Haus in Vadstena am Vätternsee gemietet. Die kleine idyllische Stadt Vadstena ist so niedlich, überall diese wunderhübschen roten Schwedenhäuser, viele grüne Wiesen, blühende Bäume und das Wasser des Vätternsees glitzert so bilderbuchhaft, dass einem fast schwindelig wird. Und genau dort feierten wir unser Wiedersehen.

Doch den Gin rührten wir an diesem Abend nicht an. Zu müde waren wir, zu schade wäre er gewesen. Also packten wir die Flasche am nächsten Morgen wieder ein und fuhren nach Stockholm. Daniel lief mit uns zuerst kurz zu den klassischen Orten, wie Gamla Stan, zeigte uns dann aber auch die spannenderen Viertel in Södermalm.

Am Abend wollten wir zu einer Party von Daniels Uni und wir beschlossen dafür nun endlich den Gin zu öffnen. Doch als wir nach der Flasche suchten, fiel uns wieder ein – Achtung plot twist – dass wir den Gin doch nicht eingepackt hatten und ihn stattdessen in Vadstena im Kühlschrank vergessen haben!

Wir schrieben dem Gastgeber Hendrik und fragten, ob er die Flasche per Post nach Stockholm schicken könne. Hendrik fragte, ob er nicht lieber Geld schicke könne, damit er den Gin selbst trinken kann. Haha. Nein.

Also gab es an diesem Abend keinen Gin, sondern für 500 Kronen Biere aus dem Systembolaget. Dafür war die Uniparty super und warum sind alle Schweden so verdammt hübsch?

Den nächsten Tag verbrachten wir auf der Insel Värmdö, eine von hunderttausend Schäreninseln vor der Küste Stockholms. Wir suchten uns ein nettes abgelegenes Plätzchen direkt am Wasser. Und wieder ist alles so idyllisch, so still, so pittoreske. Da stehen kleine Mini-Schwedenhäuser als Bootsanlegestellen irgendwo im Nirgendwo. Und gleich kommen Annika und Tommi um die Ecke.

Tatsächlich gehen wir abends nochmal weg, zu diesem coolen Bar-Lounge-Dings unter einer riesigen Autobahnbrücke. Überall läuft gute Musik, Lichter bestrahlen die gewaltigen Betonpfeiler, hübsche Menschen sitzen auf chilligen Holzbänken oder spielen Super Mario, das an Betonwände projiziert ist. Wow, ich will sowas für Stuttgart!

Als wir am nächsten Tag nach Hause fliegen ist der Gin noch immer in Vadstena. Irgendwann kann sich Hendrik doch durchringen, ihn nach Stockholm zurückzuschicken.

Vor zwei Wochen kam Daniel dann zurück nach Deutschland und brachte den Gin wieder mit. Ungeöffnet! Und irgendwie haben wir es auch bei unserem erneuten Wiedersehen nicht übers Herz gebracht, das zu ändern. Es bleibt also spannend!

(Ich schäme mich an dieser Stelle kurz für die unnötige Klimabilanz, die wir durch diese Flasche verursacht haben.)

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