Everglades & Miami

Alligatoren sind so cool! Sie chillen den ganzen Tag in der heißen Florida-Sonne, kühlen sich ab und zu in den Gewässern der Everglades ab und müssen sich ob Ihrer gefährlichen Erscheinung erstmal keine Sorgen machen, gefressen zu werden. An Menschen sind sie mittlerweile gewöhnt und lassen es unbekümmert über sich ergehen, dass diese jauchzend Fotos schießen, sobald sie irgendwo auftauchen.

Vor vielen Jahren fuhr ich mit meiner Schwester durch die Everglades. Oder besser, sie fuhr und ich staunte nur aus dem Fenster. Der Tamiami Trail, die Hauptstraße durch den Park, war fast menschenleer und alle hundert Meter schliefen oder liefen dutzende Alligatoren am Wegesrand herum. Ich weiß noch, wie groß meine Augen waren, als ich all diese exotischen Tiere so nah an mir vorbeiziehen sah. Und jetzt wollte ich auf dieser Ostküsten-Tour natürlich wieder zurück in die Everglades.

Doch irgendwas muss sich in den letzten Jahren verändert haben: Drainagesysteme und Landwirtschaft, die zu Wasserknappheit führen; der Mensch generell und die Touristenmassen sowieso; die Vermehrung von Pythons, die Alligatoren fressen (!) und wahrscheinlich noch viele andere Gründe führten dazu, dass ich die Everglades nicht mehr wiedererkenne. Der Trail ist voller Autos, alle paar Kilometer tauchen irgendwelche Airboat-Touren-Läden auf, hunderte Touristen auf Camping-Plätzen und keine Alligatoren mehr! 🙁

Ob es nun daran lag, dass es generell weniger Gators gibt oder diese einfach kein Bock mehr haben, an der Straße herumzuliegen, weiß ich nicht. Wahrscheinlich muss man die Hauptstraße verlassen und in die kleinen sumpfigen Wege abbiegen. Aber dann wiederum ist man nur ein nerviger Tourist, der in den Lebensraum der Tiere eindringt und das wollen wir nicht sein. Also fahren wir einfach durch und halten nur einmal kurz an einem kleinen Naturpark. Dort gibt es tatsächlich ein paar Alligatoren. Aber die ganze Szenerie wirkt ein bisschen wie im Zoo und ich fühle mich schlecht, hier Fotos zu machen.

Gegen Nachmittag erreichen wir Miami. Es sind 33 Grad Celsius! Damit haben wir einen Temperaturunterschied auf unserer Reise von 50 Grad erlebt. Wow.
Wir parken vor dem Haus unserer Airbnb-Unterkunft in Miami Beach und laufen -natürlich- zum Strand. Man kann Miami ja noch so schrecklich finden, aber der Strand ist schon ziemlich hübsch. Und da es hier auch viel wärmer ist und die Wellen spannender sind, verbringe ich endlich ganz viel Zeit im Wasser. Wie habe ich das vermisst!

Abends gehen wir noch irgendwo in Miami Beach essen, laufen nachts an der Strandpromenade entlang und frühstücken am nächsten Tag hervorragend, bevor wir schließlich zum Flughafen fahren. Und hier endet dann auch diese kleine Geschichte unseres Ostküsten-Roadtrips 2015.

Insgesamt war es viel zu kalt und viel zu nass und ich werde nie wieder im Februar nach Amerika fliegen. Aber dennoch: Wir haben mega viel gesehen und erlebt und ich bin froh, diese Route gewählt zu haben. Besonders New York natürlich, aber auch Washington und Charleston möchte ich auf jeden Fall noch einmal besuchen. Aber das nächste Mal wird es wahrscheinlich ein Roadtrip durch das Herz von Nord-Amerika geben, von Toronto nach New Orleans, vielleicht. Aber dazu später mehr.

Categories: USA

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