Bali
Grüner Reis und ein versunkenes Schiff

Vor der Reise kritisierte ich, dass Menschen nur nach Bali fliegen und den Rest Indonesiens einfach auslassen. Wo das Land doch viel mehr zu bieten hätte. Und außerdem sei Bali ja viel zu touristisch und mainstream. Naja, und dann war ich eben selbst auf Bali. Und kann nun verstehen, warum man dort hin will.

Bali überraschte mich. Es ist grüner, kultureller und hipsteriger als ich dachte. Einheimische sprechen englisch, die Infrastruktur ist gut und alles läuft ein wenig organisierter ab. Die Straßen sind natürlich immer noch voller Motorradfahrer, aber es gibt auch diese fast menschenleeren Gegenden im Norden der Insel. Dort wo es bergig und urwaldig wird oder wo kleine, versteckte Buchten ohne Touristen auskommen. Außerdem merkt man deutlich, dass Bali überwiegend hinduistisch geprägt ist, anders als auf Java oder dem restlichen Indonesien.
Und von den wunderbaren Stränden muss ich wahrscheinlich gar nicht erst anfangen…

Wir setzten mit der Fähre auf Bali über und fuhren etwa zwei Stunden mit einem Bus ins Inselinnere, wo wir schließlich unsere Unterkunft für die nächsten vier Tage erreichten. Ubud ist so etwas wie die Kulturhauptstadt der Insel. Hier gibt es chillige Cafés, vegane Restaurants, phantastische Tempel, einen bunten zweistöckigen Markt und eben jenen grünen Reis. Also, natürlich ist der Reis nicht grün, aber die riesigen Felder, auf denen Reis angebaut wird, sind es. Und wer, wie ich, noch nie gesehen hat, wie Reis in seinen einzelnen Wachstumsphasen aussieht, der kann das hier nachholen.

Ich wollte unbedingt schnorcheln gehen. Das war Grund Nummer drei für Indonesien. Die Artenvielfalt um die kleinen Sundainseln herum sollte einmalig sein und deshalb konnte ich es nach Java nicht erwarten, endlich ins Wasser zu springen.
Wir liehen uns einen kleinen Roller aus und fuhren damit etwa 2 Stunden (!) an die Ostküste der Insel. Der Virgin beach war zwar sehr schön, aber unterwassertechnisch wollten wir noch mehr. Deshalb fuhren wir noch einmal eine halbe Stunde gen Norden nach Tulamben. Dort liegt vor der Küste das Wrack eines amerikanischen Versorgungsschiffes aus dem zweiten Weltkrieg. Tatsächlich kann man einfach ein paar hundert Meter hinausschwimmen und dann die Gegend erschnorcheln. Und es war das schönste, was ich bis dahin unter Wasser gesehen habe. Auch ohne Tauchen erkennt man das Wrack sehr gut mit all seinen Korallen, die sich daran gebildet haben. Überall wimmelt es von unzähligen bunten Fische und ganz unten befinden sich Taucher, deren Sauerstoffblasen nach oben treiben. Da durch zu schwimmen ist herrlich.

Man sagt, es gehöre dazu, sich eine typisch balinesische Tanzaufführung anzusehen. In den vielen Tempeln finden regelmäßig diese Shows statt und man geht einfach zur entsprechenden Uhrzeit hin, kauft sich ein Ticket und setzt sich in den Stuhlkreis. Dann folgen 90 Minuten mit merkwürdigen Klängen und verkleideten Menschen, viel Feuer, Gesänge, Tänze und alles in einer Sprache, die man nicht versteht. Aber es ist auf gewisse Art und Weise natürlich trotzdem spannend und imposant.

Die restliche Zeit verbrachten wir auf Bali mit gutem indonesischem Essen (Tempeh <3), balinesischem Kaffee, Rollerfahrten und unserem Hotelpool. Fünf Sterne, gerne wieder.

Bali ist so groß, dass wir in vier Tagen nur einen kleinen Teil kennenlernen durften. Aber diese vier Tage reichten aus, dass ich die Insel jetzt ein bisschen mag und verstehe, warum sie so beliebt ist. Nichtsdestotrotz bin ich aber auch froh, dass wir weitergereist sind und auch das „andere“ Indonesien besuchten. Denn das wurde am Ende noch schöner als Bali.

Categories: Indonesien, Travel

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