Wales & Westengland

Roger kochte nur Kaffee, obwohl er uns doch versprochen hatte Baked Beans zu machen. Stattdessen empfahl er uns ein nettes Café in der Nähe, in dem wir ganz hervorragendes Frühstück bekommen würden. Wir waren ziemlich hungrig und so versuchten wir uns schnell zu verabschieden, nicht ohne jedoch Rogers Witz, den er uns am Abend zuvor versprochen hatte, anzuhören. Es ging um einen Polen in England, der kein englisch sprechen konnte und irgendwie kamen gekochte Eier und Schinkenbrötchen drin vor, aber ich habe den Witz am Ende gar nicht verstanden. Ich bin mir auch nicht mehr so sicher, ob es überhaupt eine Pointe gegeben hatte. Wir lachten trotzdem und machten uns schnell auf den Weg.

Die erste Nacht in England lag hinter uns. Gestern waren wir in London gelandet, haben unseren obligatorischen Mietwagen abgeholt und sind nach Wales gefahren. Einmal das Meer sehen, war unsere Devise. Die Fahrt dorthin zog sich unendlich hin. Die motorways waren voll, und irgendwie sah alles so aus wie in Deutschland. Eher unspannend. Aber als wir kurz hinter der walisischen Grenze schon die Möwen sehen konnten, wussten wir uns am Ziel. Der kleine Strand von Talacre war ein wenig übervölkert von Englandtouristen und das Meer hatte sich am späten Nachmittag auch schon hunderte Meter zurückgezogen. Nichtsdestotrotz genossen wir die warmen Sonnenstrahlen, so als würden wir nicht genau wissen, ob wir die Sonne überhaupt die nächsten Tage zu Gesicht bekommen würden. Das war ja schließlich England hier.

Nach Hartford war es nicht mehr weit und Roger, unser AirBnB Gastgeber, begrüßte uns herzlich und überschwänglich. Wir wohnten eine Nacht im oberen Gästezimmer seines Hauses, das er seit seiner Scheidung von seiner Frau allein bewohnte. Roger war ca. 50, seine Ex-Frau besuchte ihn aber regelmäßig. So, erzählte er es uns jedenfalls unbekümmert. Er zeigte uns noch einen Pub, in dem wir gut zu Abend essen könnten, was wir schließlich auch taten. Und natürlich durfte auch das erste Zapfbier in einem Pintglas nicht fehlen. Wir testeten ja während der Reise so ziemlich überall die local beers durch, aber mein Geschmack waren sie am Ende eher nicht.

Am nächsten Tag fuhren wir durch das wunderbare Lake District, was die größten Seen Englands beherbergt. Die Szenerie ist beeindruckend, insbesondere die menschenleeren, wiesenbedeckten grünen Berge. Ein bisschen so wie man sich Irland vorstellt. Die Seen sind hübsch, aber im Vergleich zu den schottischen Lochs fast lächerlich klein. Wir cruisen also im District herum, fahren die Berge hoch und wieder hinunter, auf gehweggroßen Straßen, vorbei an etlichen Schafen und grüßenden Traktorfahrern, über ratternde cattle grids bis hin zur Westküste nach Whitehaven, um dann weiter zu unserer Übernachtungsstation nach Carlisle zu gelangen. (Über die korrekte Ausspreche dieses Ortes kann man sich übrigens stundenlang amüsieren.)

25.07.14 – 27.07.14

Categories: Großbritannien

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