New York


Am Montag um 12 Uhr geht der Flieger. Wenn nicht noch irgendwelche isländischen Vulkane ausbrechen, wird das Flugzeug um 17:40 Ortszeit in New York landen. New York, da war doch was. Vor einer Woche schien nämlich das halbe Internet dort gewesen zu sein. Und ich bekam auch Fernweh.

New York ist eine großartige Stadt. Ich war dort bisher nur ein einziges Mal. Direkt nach meinem Abi flog ich hin. Aus dem Kuhdorf rein in die Metropole. Eine Woche lang wohnte ich in Manhattan, direkt am Central Park neben dem Broadway an der 63. Straße. Komischerweise war ich zwar von all den Skyscrapern und dem Trubel am Times Square begeistert, aber nicht überwältigt. Ich hatte mir New York eben genau so vorgestellt. Groß, schnell, laut. Und dort verliebte ich mich in Großstädte. Ich wusste, dass ich mich nie wieder in einer kleinen Provinzstadt wohlfühlen werde. Und das stimmt bis heute.

Ein weiteres Mal nach New York zu fliegen, wäre schon ziemlich fantastisch. Allerdings bin ich nicht diejenige, die am Montag im Flugzeug sitzen wird, sondern der Herzjunge. Und ich freue mich genauso für ihn, als würde ich selbst fliegen. Ich freue mich, wenn er all diese ersten amerikanischen Eindrücke sammeln wird. Wenn er all die Menschen, die Straßen, die Häuser, Autos und Supermärkte sehen wird.

Aber eigentlich ist das gar nicht das, worüber ich schreiben wollte. So sehr ich mich auch für ihn freue, so sehr bin ich natürlich auch traurig, dass er dann tausende Kilometer entfernt sein wird. Dass wir uns nicht wie bisher wenigstens am Wochenende sehen konnten. Zu meiner freudigen Überraschung funktionierte diese Fernbeziehung nämlich in der Tat wunderbar. Ich hatte ja bekanntlich Bedenken, aber es ist wirklich kein Problem mehr. Die Strecke Marburg-Stuttgart kann ich jetzt schon blind fahren und dann wartet nach drei Zugstunden die Belohnung für fünf Tage warten.

Nun wird das aber für sieben Wochen alles anders sein. Und schwieriger. Was dann bleibt sind Telefonate und WhatsApp Nachrichten mit hunderten von Fotos, die alles aus dem Leben des anderen dokumentieren, so als ob man direkt daneben stünde. Ja, das wird alles funktionieren, weil es die Sache eindeutig wert ist. Ich werde mich in Unikrams stürzen, fünfhundertmillionen Hausarbeiten schreiben, Referate halten, lesen, lernen, Klausuren schreiben. Und dann, im Juli, wenn der Herzjuge wiederkommt, haben wir beide alles geschafft und ganz viel Zeit für uns. Urlaub. Sonne. Meer. Dänemark. Und München. Und Berlin. Und Hamburg.

Categories: Städtereise

6 Gedanken zu “New York

  • Ihr schafft das, da bin ich mir sicher!

  • Dann mal gute Reise – und grüße die große Lady von mir! 😉
    Und das mit der Fernbeziehung schafft man dann auch immer irgendwie, auch wenn es Zeiten geben mag, die schwierig und schmerzvoll sind – ich weiß das zumindest aus Erfahrung.

  • Aber ich flieg doch gar nicht… 🙁

  • Oh Madlenie, ich hoffe, deinem Herzchen wird es trotzdem gut ergehen und dass ihr euch schnell wiedersehen könnt. <3
    Deinem Liebsten wünsche ich eine tolle Reise! New York ist großartig und ich vermisse diese Stadt so sehr. :'(
    Er wird sicher sehr viel Spaß haben und viel erleben!

  • Letztes Jahr war ich drei Monate in New York während mein Herzjunge in der Heimat blieb. Anfangs war es schwer – sehr schwer – aber man lernt, sich damit zu arrangieren. Und wie du sagtest: durch die Vielfalt der Technologie (in meinem Fall sehr oft Skype) ist es, als wäre man doch nicht alleine.

    Du schaffst das schon – freu dich einfach auf das große Wiedersehen; glaub mir, es ist ein wunderschönes Gefühl 🙂 <3

  • Vielen Dank für eure Worte! <3

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