Erkenntnisse einer Berlinerin in der hessischen Provinz

In Marburg…

…gibt es keine Nacht- sondern nur Abendbusse. Und die fahren sonntags schon ab 17 Uhr.

…kennt man nicht nur die Schwester der Nachbarin, sondern auch den Arbeitskollegen des Schwagers des Kommilitonen.

…kann man keine Nicht-Bio Äpfel kaufen.

…weiß man nicht, was “Elektro” bedeutet.

…hat jeder Mann eine kurze karierte Hose und jede Frau ein Blümchenshirt im Schrank.

…wird mehr Radler als Bier getrunken und gefühlt auch mehr als anderswo.

…halbiert sich die Einwohnerzahl in den Semesterferien.

…finden alle Marburger die Stadt “echt schön”.

…gibt es ein großes Schloss auf einem Berg. Die Aussicht von dort ist “echt schön”.

…würde ich leben, wenn ich blind wär. (Zweideutigkeit lässt grüßen…)

…gibt es neben der Nord- und Südstadt, auch die Kernstadt (also die City), und die Oberstadt (der Stadtteil in den Bergen).

…sind die zwei besten Erfindungen die beiden Fahrstühle in die Oberstadt.

12. Juli 2010
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Cities

Nach 6 Jahren geht Lost dem Serienfinale entgegen

Alles begann vor 6 Jahren mit dem Flugzeugabsturz der Oceanic Airline irgendwo Pazifik. Die Passagiere waren auf dem Weg von Sydney nach Los Angeles und fanden sich als Überlebende gestrandet auf einer mysteriösen Insel wieder.

Im Laufe von 4 Staffeln entdeckten sie, dass es nicht nur eine andere Gruppe gab, die sich auf der Insel angesiedelt hatte, sondern auch, dass ein Sklavenschiff, ein französisches Forschungsteam, ein Weltumsegler, eine Forschungsinitiative und ein Militärkommando die Insel für sich entdeckt hatten. Bis auf Desmond, der bei seiner Regatta auf der Insel strandete und drei Jahre lang in einem Bunker Knöpfchen drücken musste, haben alle ihren Tod gefunden.

Sechs der Überlebenden des Flugzeugabsturzes wurden nach 108 Tagen gerettet und nach Amerika gebracht. Dort lief für sie jedoch alles schief und keiner wurde so richtig glücklich. Also entschieden sie sich nach 3 Jahren zur Insel zurückzukehren, wo die zurückgebliebenen Überlebenden bereits auf sie warteten. Nach ein paar Reisen durch die Zeit lebten diese allerdings im Jahre 1977 bei der Forschungsinitiative, die unter anderem testete, wie sich Eisbären in tropischer Umgebung verhalten.

Nachdem eine Wasserstoffbombe gezündet wurde, die eigentlich die Ausbreitung der magnetischen Strahlung auf der Insel verhindern sollte, sahen sich die Zuschauer der Serie am Anfang der sechsten und letzten Staffel mit zwei Zeitlinien konfrontiert. Das war nichts Ungewöhnliches für Lost. So waren schon immer FlashBacks und FlashForwards ein Hauptbestandteil der Serie. Nun allerdings schienen zwei parallele Zeitstränge nebeneinander her zu laufen. Die FlashSideways waren geboren. In der einen sind die Überlebenden immer noch auf der Insel, dieses Mal im Jahre 2007. Die andere Linie existiert 2004 und stellt die Situation dar, in der das Flugzeug niemals abgestürzt war. Es landet stattdessen wie geplant in Los Angeles. Allerdings sind die Lebensumstände der Protagonisten plötzlich ganz andere.

Nun rätseln die Lostfans überall auf der Welt, was es mit den FlashSideways auf sich haben könnte. Zunächst wurde spekuliert, ob es sich ganz simpel um ein “Was-wäre-wenn”-Szenario handeln würde. Das wurde allerdings schnell verworfen, da es absolut nicht dem Lost-Style entspricht. Viele einigten sich darauf, dass die 2004er Zeitlinie das Ergebnis des zukünftigen Handelns der 2007er Zeitlinie sein wird. Aber man wird das wohl erst in der allerletzten Folge dieser Staffel erfahren. Ebenso wie all die vielen anderen Rätsel, die es noch aufzulösen gibt. Zum Beispiel, wer ist der Mann in Schwarz und warum kann er sich in andere Menschen verwandeln und als Rauchmonster töten? Wer war Jacob und warum braucht er einen Nachfolger? Wer ist Richard und warum altert er nicht? (In der letzten Episode sagte er, es sei ein Geschenk von Jacob?) Und was ist mit der Insel? Warum kann sie durch Zeit und Raum schweben?

Das Spannende und Interessante an Lost ist es ja eben, dass man nie genau weiß, was los ist. Antworten werden immer nur in ganz kleine Stückchen verteilt gegeben und man muss die Serie schon genau verfolgen, um alles mitzukriegen. Aber das macht es auch so unglaublich wertvoll.

Hier die beste Karte der Lost Insel (gefunden bei theislandmap.tumblr.com).

Die wichtigsten Orte aus den bereits vergangenen Folgen der 6. Staffel sind: Die Tawaret Statue im Westen (von der im 21. Jahrhundert nur noch der Fuß übrig ist und in der Jacob wohnte), der Tempel im Nordwesten (einst wohnten dort geschützt die Anhänger Jacobs; das Rauchmonster fand jedoch einen Weg hinein und tötete alle, die sich ihm nicht anschließen oder nicht schnell genug weg waren), das Strandcamp im Südwesten (wo alle noch übrigen Jacob Anhänger und Kandidaten zur Zeit sind), der Leuchtturm im Südosten (mit dem Jacob all seine 360+ Kandidaten beobachtet hatte), die Hydra Insel (vermutlich eine der Atollinseln im Westen; hier war das Flugzeug gelandet, mit dem die Oceanic Six zurückgekommen war und wo sich der Mann in Schwarz mit seinen Verbündeten befindet, um die Insel zu verlassen.)

Meine schauspielerischen Favoriten in der Serie sind Michael Emerson als Ben Linus und Mark Pellegrino als Jacob. Super sind auch Josh Holloway als James ‘Sawyer’ Ford und Jorge Garcia als Hugo ‘Hurley’ Reyes.

Jeden Mittwochmorgen sitz ich gespannt vor dem Rechner um mir die neueste Folge anzuschauen. Viele gibt es leider nicht mehr und im Mai läuft dann endgültig die allerletzte Folge von Lost. Ohne offenes Ende und mit allen Antworten! Ganz sicher…

15. März 2010
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TV & Film

Ich schaue aus meinem Fenster und sehe zwei große Gebäude. Nur eine kleine Straße trennt sie voneinander. Es sind zwei Häuser, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Sie stehen da auf gleicher Höhe und beäugen sich gegenseitig, so als hätten sie sich damit abgefunden, dass sie so nah aneinander existieren müssen. Wie zwei Feinde, die einen Waffenstillstand geschlossen haben.

Links ragt eine Polizei- und Feuerwehrstation über fünf Stockwerke empor. Nur in dem ersten wird für Recht und Ordnung gesorgt. Die anderen Etagen sind leer. Manchmal kommen Maler und streichen in den oberen Räumen die Wände. Nachts brennen die Lichter, die sie vergessen haben auszumachen. Es ist ein alter 50er Jahre Bau. So wie viele hier in Friedrichshain.

Rechts daneben sehe ich das andere Gebäude. Gleicher Baustil, genauso hoch, aber viel kolossaler. Das Berghain. Ich schätze, es sind etwa 100 Meter von meiner Wohnung bis zum Darkroom. Einhundert Meter zwischen hier und all dem Dunklen, Verdorbenen, Unwirklichem, das sich dort abspielt.

Animiert von dem gerade durch die Presse gehenden Blog ‘Strobo’ von Airen und seiner kopierten Version von Helene Hegemann, wollte ich mir auch einmal so pseudo-szenig-berlinerisch Gedanken über Drogen machen. In Airens Blog kifft sich der Protagonist durch die Berliner Clubs. Nein. Er kifft nicht nur. Er kokst auch. Er speedet, extasiert, peppt, schnupft, fickt, bläst, tanzt, schläft und philosophiert sich durch die Maria, das Watergate, den Tresor, das Cassiopeia, das SO36 und vor allem durch das Berghain.

Ich hab eine Freundin, die mal mit einem Airen-Verschnitt zusammen war. Er war ein gescheiterter D-Klasse Schauspieler. Er kannte damals keine Tageszeiten mehr, weil er berauscht durchs Leben schritt und in allen Clubs Berlins zu Hause war. Dadurch verpasste er es zu Castings zu gehen und bekam bald nicht mal mehr Telenovela-Rollen. Dann stürzte er noch mehr ab.

Es war ein Schock für mich. Mein kleines ländliches Kartenhaus viel zusammen. Dabei war es doch so naiv von mir zu denken, dass die Menschen keine Drogen nehmen. Dass keiner kifft, weil es doch illegal ist. Und ich dachte auch irgendwie, dass die Zeiten vorbei wären. Ecstasy war doch so 90er. Dabei ist das Zeug noch immer in aller Munde.
Woher kommt eigentlich diese gesellschaftliche Akzeptanz fürs Kiffen?

Bilder wie solche wirken amüsant. Man schmunzelt über Hollandurlauber, die Hasch über die Grenze schmuggeln. In Filmen verhalten sich kiffende Jugendliche immer so witzig. Kiffende Eltern sind total cool. Cannabis-Pflanzen zu Hause anzubauen völlig normal. Wieso? Und wieso geilt sich das Feuilleton so sehr über kaputte junge Mädchen auf, die sich eine Line Koks nach der anderen ziehen, um dann mit dem Taxifahrer Sex zu haben? Es scheint doch, als sehnen wir uns insgeheim nach einer Portion dieser Irrealität, die diese Menschen erleben. Als könnte ein Stückchen ihrer Unwirklichkeit unsere Realität betäuben.

Die nichtdrogenkonsumierende Menschen verbleiben nur in ihrer realen Peristase. Sie erleben alles und kriegen alles mit. Sie tun dies und sagen jenes und empfinden alles. Das muss ja auf die Dauer anstrengend sein.

In der Schule auf dem Dorf damals gab es nur ein paar wenige notorische Kiffer. Sie waren immer müde und verpeilt. Sie wirkten gelangweilt und abwesend. Aber ihr Abitur schafften sie mit links. Und sie waren es, die als einzige etwas Interessantes, Kreatives, Originelles in mein Jahrbuch schrieben.

Ich hatte an meiner Uni zwei Kommilitonen, die super stylisch aussahen, die Berliner Clubszene in und auswendig kannten, jeden Abend einen Joint rauchten, nur zu Pflichtveranstaltungen der Uni gingen, nie etwas extra erledigten und ihr Studium mit 1,2 abschlossen.

Das bohemische Prenzlauer Berg ist übersät mit kiffenden alt-68er, die jetzt erfolgreiche Architekten und Theaterintendanten sind.

Airen hat sein BWL Studium beendet und arbeitete danach in einer Unternehmensberatung.
Haben bekiffte Leute etwa mehr Erfolg im Leben? Können sie sich im richtigen Moment besser konzentrieren, um für eine Klausur zu lernen? Finden sie im richtigen Moment die richtigen Wörter, um die Seminararbeit zu schreiben? Können sie sich im richtigen Moment entspannen, um gelassen das Referat zu halten?

Ich setzte mir jetzt wieder meine rosa Brille auf und wünsche mir, dass es da keinen Zusammenhang gibt.

…kommt das Christkindlmarktkind auf Berlin hernieder

Die Nachricht über die Gondelpanne auf dem Weihnachtsmarkt am Alexa entlockte mir ein hämisches Schmunzeln. Dort war in der vergangenen Woche eine Schulklasse in einem Karussell steckengeblieben. Die Schüler mussten in acht Meter Höhe “bei eisiger Kälte” eine halbe Stunde ausharren. Irgendwie dachte ich mir, dass Menschen, die auf solche Märkte gehen, es nicht besser verdient hätten. Denn für mich hat besonders der Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz so viel mit Weihnachten gemeinsam, wie das Berghain* mit dem Matrix*.

Ich bin ein großer Weihnachtsfan. Bereits im September freue ich mich, wenn die ersten Lebkuchenherzen in den Supermarktregalen auftauchen. In der Vorweihnachtszeit erstrahlt die Straße Unter den Linden in Trillionen von Lichtern. Es brennen Bratapfelduftkerzen und in den Läden gibt es Marzipan-Zimtstern-Tee oder Vanillekipferl-Backmischungen. Besonders ergriffen war ich dieses Jahr über den wohl einzigen so wunderschön weihnachtlich geschmückten Bus auf meiner 240er Linie.

Selbstverständlich gehören Weihnachtsmärkte und Glühwein-Trinken zur Vorweihnachtszeit dazu. Ich empfehle auf den Gendarmenmarkt zu gehen. Mit einem Euro Eintritt ist garantiert, dass rummelsüchtige Touristen dort nicht zu finden sind. Die Stände sind klassisch, nicht kitschig. Der Glühwein lecker. Ebenso traditionell ist der Markt am Opernpalais oder der schwedische Luciamarkt in der Kulturbrauerei. Obwohl er dort in Prenzlberg natürlich einer Kinderwagen-Messe Konkurrenz machen könnte.

Absolute No-Go-Areas sind für mich der schon angesprochene Markt am Alexa und der gleichgegenüberliegende am Roten Rathaus. Nicht nur, dass es dort von den vielen Fahrgeschäften und Riesenrädern so unglaublich jahrmarktgrell ist, oder dass man zwischen den Scharen von Touristen überhaupt keine Möglichkeit hat in jegliche Weihnachtsstimmung zu kommen, sondern auch dass es dort eigentlich nur Imbissbuden oder Stände gibt, die irgendwelchen Weihnachtskitsch Made In China verkaufen.

Bis zum kommenden Donnerstag werde ich trotz der -11°C, die mein Desktop-Wetter-Gadget gerade anzeigt, noch auf einige Märkte gehen und die verschiedensten Glühweine ausprobieren. Und auch wenn ich jetzt schon weiß, dass mich am Potsdamer Platz wieder zu viele Menschen erwarten, will ich dort dennoch Schlittschuhlaufen. Am besten ich gehe am Sonntagnachmittag. Da sind schließlich alle beim letzten Adventsshopping im Alexaaaaa.

Frohe Weihnachten!

*Clubs in Friedrichshain

18. Dezember 2009
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Cities, Feiertage, Orrr

oder wieso Dating im 21. Jh anders funktioniert

Gestern hatte ich ein Bewerbungstrainingsseminar. Darin erzählt uns die freundliche und kompetente Personalerin unter anderem, wie man richtige Anschreiben und Lebensläufe gestaltet. Erstaunlich, was und wie viel sich doch in den letzten 10 Jahren dahingehend verändert hat. (Schöne Grüße an meine ehemalige Deutschlehrerin. Mit den damaligen Regeln und Konventionen für eine Bewerbung würde ich heute wahrscheinlich ein fremdschämendes Gelächter in der Personalabteilung auslösen.)

Danach traf ich mich kurz mit einem Typen, der mich zum Schreiben dieses Blogeintrags anregte. Denn seine Vorstellungen, wie man Mädchen heutzutage “datet”, nett zu ihnen ist oder sie angeblich für sich gewinnt, waren so schockierend altmodisch, dass ich immer noch zwischen Unglaubwürdigkeit, Entsetzen und Verhöhnung hin und her schwanke.

Kennengelernt hatte er mich (ja, so war das), als ich einen Kurs unterrichtete, an dem er als Student teilnahm. Danach half er mir noch kurz mit dem Abbau der Materialien und fuhr mich noch zum Bahnhof.

Ein paar Tage später bekam ich eine E-Mail von ihm. Anscheinend recherchierte er meine Adresse. Kaffee Trinken? – Super, ich liebe Kaffee. In der E-Mail hatte er nur seine Festnetznummer angegeben. Warum, erzähl ich später.

Das “Date” verlief eher suboptimal. Kein Kaffee, sondern “weil das Wetter so schön ist”, ein Spaziergang an der Oder (also dem Fluss). Äh. Ja. Nagut, das Wetter war ja schön. Dann das übliche Blabla; was man macht, Interessen, Hobbies, Musik, Bücher, Filmgeschmack. Er fiel gnadenlos durch. Keine Hobbies, kein Sport (nicht einmal Fußball gucken). Musik? Eigentlich alles… Das ist kein Musikgeschmack, dachte ich mir da und musste schmunzeln. Filmgenres waren ihm auch egal. Wie anspruchslos. Feiern und Weggehen? Auch negativ. “Ein schöner Videoabend zu Hause ist doch viel gemütlicher.” Video. Schon mal was von DVDs gehört? Jedenfalls mag er keine Partys, keine Bars, keine Clubs. Für mich geht das gar nicht. Ich bin doch noch keine 50. Und er auch nicht.

Und dann kam das Thema Social Networks. Nicht nur, dass er bei keinem einzigen angemeldet ist (ist ja nachvollziehbar), er hat auch noch ganz komische Gründe dafür, weshalb er mir seine Handynummer erst nicht geben wollte. Anscheinend hat er ein mächtiges Verfolgungsproblem, und denkt, die böse Welt da draußen legt es nur auf seine geheimen Daten (Beziehungsstatus, Interessen, Lieblingsbücher) an und wird sie gnadenlos missbrauchen, sobald sie auch nur irgendwo im Internet auftauchen. Ich hätte ja ein schreckliches Ungeheuer sein können, das seine Handynummer an böse Unternehmen verkaufen könnte. Überall lauern fiese, dämonische Menschen, die ihn abzocken oder betrügen wollen.

Als ich das hörte, wollte ich eigentlich nur schnell weg. So einen pessimistischen, bizarren, realitätsgestörten Typen wollte ich mir nicht weiter antun. Als er merkte, dass ich mich nun schnell und damit ins Nimmerwiedersehen verabschieden wollte, zog er seine pseudo-romantische, fremdschämende und bemitleidenswerte Masche ab. Er überreichte mir beim Händeschütteln ein in einem Stein eingearbeitetes Kleeblatt. Und sagte so überkandidelt “den will ich beim nächsten Treffen wiederhaben. Der ist mir sehr wichtig.” Wie lame. Ich dachte mir nur, “den schick ich dir mit der Post zurück.”

 

Dann folgten ein paar E-Mails von ihm, auf die ich nicht antwortete. In einer schrieb er so melodramatisch, dass er noch einmal über meine Worte bezüglich des “sehr allgemeinen Musikgeschmacks” und der “zu starren Ansicht des Datenschutzes” nachgedacht habe, und ich ja eigentlich Recht hätte und ihm da die Augen geöffnet hätte, bla bla bla.

Nach mehreren Wochen, in denen ich mich nicht gemeldet habe, schrieb er am Montag dieser Woche, ob wir uns nicht noch einmal treffen könnten, damit ich ihm seinen Stein zurückgeben kann. Ich stimmte zu, da ich dachte, die Geschichte finde nun endlich ein Ende. Als ich ihm nach dem Seminar sah, hatte er eine rote Rose dabei. WTF?! Was soll denn das? Wir haben uns nur einmal höchstens eine Stunde gesehen und nun ne Rose? Also, ich kenne keine Frau, die das romantisch und toll findet. Das ist einfach nur gruselig.

Letztendlich habe ich ihm gesagt, dass ich jetzt einen Freund habe (stimmt auch). Ich denke, er hat es nun kapiert.

Ein paar ganz einfache Dating-Tipps für Jungs zum Schluss: Seid interessant und langweilt die Mädchen nicht. Seid witzig und unterhaltet sie. Versteht was von der Welt und zeigt es. Seid um Gotteswillen nicht befremdlich oder unheimlich oder merkwürdig. Verhaltet euch eurem Alter angemessen, d.h. benehmt euch nicht zu alt oder zu jung. Habt eine Meinung zu den wichtigen Dingen des Lebens. Habt Freunde, Spaß und Interessen. Gebt den Mädchen nicht das Gefühl, ihr habt nur auf sie gewartet. Seid freundlich, aber bewahrt euch etwas Mystik.

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